CORONA und seine Auswirkungen auf Instrumente und MusikschullehrerInnen-Stars

Meine Instru­mente freuen sich darauf, endlich wieder an die frische Luft zu kom­men und mit der Besitzerin in die Musikschule zu fahren. 

Sie dür­fen ab sofort wieder zum Präsen­zun­ter­richt mitkom­men. Viele Jahre lang haben sie nicht ein­mal gewusst, dass der für sie nor­male Unter­richt tat­säch­lich so heißt. 

Von einem Tag auf den näch­sten wurde ihnen mit­geteilt, dass sie unter streng­sten Sicher­heits­maß­nah­men zuhause einges­per­rt wer­den müssen. 

Sie durften sich nicht mal richtig mit Lara, Lena und Moritz freuen. Diese drei fleißi­gen Kids haben mit ihren Instru­menten beim Wet­tbe­werb jew­eils einen 1. Preis erspielt. Am gle­ichen Tag haben näm­lich alle erfahren, dass die Musikschule geschlossen wird und alle zuhause bleiben müssen. 

Aus vier sind dann neun Wochen gewor­den. Das ist ja genau­so lange wie die Som­mer­fe­rien, nur viel trau­riger. Wenn sie doch nur auch ein zusät­zlich­es Gläschen kon­sum­ieren könnten. 

Alko­hol soll ja ange­blich desin­fizieren, gle­ich von innen her­aus. Aber ob das dem Met­all, den Sait­en und dem Holz gut tun würde? Zulet­zt müssen sie dann noch zur (Entziehungs-)Kur.

Nach dem erstem Schock hat sich bald her­aus­gestellt, dass neben Präsen­zun­ter­richt auch dig­i­taler Unter­richt möglich wäre. Es gibt nicht nur YouTube – Stars, son­dern in Zukun­ft auch MusikschullehrerIn­nen-Stars. Aber, wenn’s geht, ohne Allüren! 

Am besten wäre es gewe­sen, sich von heute auf mor­gen kom­plett umzustellen. Tat­säch­lich haben die meis­ten etwas länger gebraucht, einige Tage oder sog­ar mehr. Manche kämpften bis zulet­zt noch mit der Umset­zung der Online-Präsenz.

Zuerst wurde von den Schü­lerIn­nen Tonauf­nah­men gefordert. Manche sind heute noch nicht bei den LehrerIn­nen angekom­men, andere waren mit hoher Wahrschein­lichkeit One-Takes. Da hät­ten einige doch wirk­lich beim MusikschullehrerIn­nen – Star aus Zim­mer 15 einen Kurs absolvieren sollen. Diese One-Takes waren näm­lich der Hammer!

Die Frage, ob neue Lern­in­halte auch online ver­mit­telt wer­den kön­nen, wurde in den ver­schiede­nen Musikschulen des Lan­des heftig diskutiert. 

Die meis­ten MusikschullehrerIn­nen-Stars haben diese Her­aus­forderung angenom­men. Von allen war Kreativ­ität gefordert. 

Eltern haben mit­ge­holfen, far­bige Stick­er auf die Instru­mente zu kleben, damit der neue Ton auch wirk­lich gefun­den wer­den kann. Kleine Schü­lerIn­nen durften sich auch far­bige Stick­er auf die Fin­gernägel pick­en, damit der richtige Fin­ger far­blich den Weg zum richti­gen Ton findet. 

Andere haben auch gel­ernt, über die Ferne zum Stim­men des Instru­ments“ angeleit­et zu wer­den. Einige Väter und manche Schü­lerIn­nen haben solche Kräfte entwick­elt, dass die Sait­en manch­mal zu fest ange­zo­gen wur­den und (fast) abgeris­sen sind. Da hil­ft alles Stopp-Rufen nicht, wenn online der verzweifelte Schrei der Lehrerin ver­spätet ankommt. 

Zählen gel­ernt haben die Schü­lerIn­nen auf jeden Fall. Auf der Zither gibt es ja tat­säch­lich sehr viele Sait­en. Also bitte nochmals von vorne, wenn der neue Ton noch nicht gefun­den wurde. Es war die 20. Saite. Schon wieder verzählt? Und nochmals von vorne. 

Tat­säch­lich funk­tion­iert es, dass Schü­lerIn­nen selb­st etwas ins Noten­blatt zur Erin­nerung hinein schreiben kön­nen. Wer hätte das geglaubt?

Auf das The­ma zuhause kon­nte ich das Stück noch total super spie­len“ wollen wir lieber doch nicht näher einge­hen. Und dass auch zuhause Noten­blät­ter spur­los ver­schwinden kön­nen, mag den einen oder anderen doch immer wieder verwundern. 

Der dig­i­tale Unter­richt hat in zweier­lei Hin­sicht Ein­blick gewährt. Die MusikschullehrerIn­nen-Stars haben LIVE gese­hen, wie die Übe­si­t­u­a­tion zuhause auss­chaut. Da wird kniend am Wohnz­im­mer­tisch geübt, Noten­stän­der sind manch­mal nicht vorhan­den oder ste­hen aus Platz­grün­den irgend­wo. Die Gründe für manche Hal­tung­sprob­leme sind jet­zt wohl nachvol­lziehbar. Durch das Bild kugel­nde Geschwis­ter und Haustiere ver­voll­ständi­gen das Bild des Sich-Nicht-Konzen­tri­eren-Kön­nens. Sich ständig ein­mis­chende Eltern sollen an dieser Stelle nicht erwäh­nt werden.

Ein­blick bekom­men haben auch die Eltern. Und zwar in unsere Unter­richt­stätigkeit und in unsere manch­mal sehr reale Unter­richtssi­t­u­a­tion mit den Schü­lerIn­nen. Zum einen stärkt es das Ver­trauen der Eltern, welch gute Arbeit in der Musikschule geleis­tet wird. Zum anderen haben manche Eltern wohl erkan­nt, dass es nicht immer nur an den Lehrper­so­n­en liegt, was auch immer das Prob­lem sein könnte.

Die wohl größte Her­aus­forderung war, dass Instru­mente online wirk­lich schreck­lich klin­gen kön­nen. Da kön­nte die Tech­nik noch verbessert wer­den. Gute Markenin­stru­mente klin­gen, wie wenn man sie nach Monat­en aus dem Müll gezo­gen hätte, wie ein kaputtes Ban­jo oder wie ein Kanonen­rohr. Gut für ein schönes Lagerfeuer. 

Hat es sich über­haupt gelohnt, den Unter­richt direkt über Skype, What­sapp, Face­time etc. weit­erzuführen? Oder hätte eine Grund­be­treu­ung ohne direk­ten Online-Kon­takt genügt? 

Beson­ders jün­geren Schü­lerIn­nen hat die wöchentliche Präsenz der Lehrper­son im eige­nen Wohnz­im­mer geholfen, auch weit­er­hin auf ihrem Instru­ment tätig zu bleiben. So kon­nte wöchentlich abgesichert wer­den, dass die Schü­lerIn­nen nicht zur Demenz neigen, was die Übetätigkeit am eige­nen Instru­ment bet­rifft. Ich bin mir sich­er, die meis­ten hätte man nach Ende der Coro­n­akrise wieder neu anler­nen müssen.

Für viele waren die MusikschullehrerIn­nen-Stars der Licht­blick während der ganzen Woche, was viele dankbare Nachricht­en und Gespräche mit den Eltern gezeigt haben. So sind die Schü­lerIn­nen regelmäßig betreut wor­den und haben wider Erwarten große Fortschritte gemacht. Man kann naht­los wieder in den nor­malen Unter­richt ein­steigen, so als wäre nichts gewe­sen. Es gab für diese Schü­lerIn­nen – instru­men­tal­is­tisch gese­hen – keinen Shutdown.

Per­sön­liche Betreu­ung, Präsenz und Gespräche sind durch nichts erset­zbar, auch wenn es in neun Wochen nur über Bild­schirm möglich war. 

Wie schön, dass alle für den Einzelun­ter­richt nun wieder in die Musikschule dür­fen und man vor Ort jeden einzel­nen Ton auch hören kann. Wegen schlechter Tech­nik oder Inter­netverbindung ist es manch­mal vorgekom­men, dass nur jed­er 2. Ton beim Gegenüber angekom­men ist. 

Mit genü­gend Abstand kann auch wieder gemein­sam mit dem Schüler musiziert wer­den, was im Online-Unter­richt auf­grund der verzögerten Tonüber­mit­tlung lei­der über­haupt nicht möglich ist. Für größere Instru­mente­nansamm­lun­gen im Blas­musik­bere­ich ist dies auf län­gere Zeit noch Zukunftsmusik. 

Zukun­ftsmusik ist eben­falls noch, dass sich andere an schön­er Musik erfreuen kön­nen. Ver­anstal­tun­gen, an denen Instru­mente teil­nehmen kön­nen, sind auf unbes­timmte Zeit abge­sagt. Nicht aus Angst vor zu vie­len richti­gen Tönen zur falschen Zeit, son­dern aus Angst vor Viren, die mit den richti­gen Tönen eben­falls durch die Luft schwirren könnten. 

So freuen sich die Instru­mente nun auf den kleinen Fortschritt, dass sie endlich wieder in die Musikschule dür­fen. Alle großen Fortschritte fol­gen dann hof­fentlich sehr bald. 

Und hof­fen wir, dass vor lauter Desin­fizieren die MusikschullehrerIn­nen-Stars ab sofort nicht zu Putz-Stars werden.

Doris Mat­u­la

Aktuelles


Montag, 5. Okt. 2020

Corona-Ampel

GELB



Aktueller Stand der Corona Ampel

ab KW 38 gelten für die Musikschule die Richtlinien der Farbe GELB auf der Corona-Ampel

Zusätzliche Sonderverordnung für Bläser und Sänger:

Unterricht für Blasinstrumente:
Mindestabstand 2m; max. 6 SchülerInnen

Unterricht für Gesang: Mindestabstand 2m; Kleingruppen bis max. 6 Personen nur unter Verwendung von MNS;



Musik zur Konstituierung in Hohenems
Die Sitzung der Stadtvertretung wurde vom Streichquartett „Quattro Stagione“, geleitet von Eszter Tibold musikalisch umrahmt

Emser Sommer Openair 2020
Von 14. bis 16. August fand das 1. Emser Sommer Open Air statt, bei dem auch zwei Bands der Musikschule beteiligt waren.


Lecher Musikantentag 2020
Heuer bere­its zum dreizehn­ten Mal ver­anstal­tete das Vorarl­berg­er Volk­s-lied­w­erk im Som­mer einen Musikan­tentag in Lech am Arl­berg.


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