Die Krise aus der Sicht eines Instrumentallehrers

Es ist Don­ner­stag der 12. März 2020. Schon in den let­zten Tagen habe ich – wie sicher­lich jede und jed­er von uns – die Berichte über die wach­sende Gefahr des Covid19-Virus beobachtet. Dass diese Bedro­hung auch vor dem schö­nen Län­dle“ nicht halt­machen wird, ist mir in den let­zten Tagen immer mehr bewusst geworden.

Seit heute ist klar, dass die Schulen und in diesem Zuge auch die Musikschulen, den Unter­richt für eine Zeit lang been­den wer­den. Aber kein­er von uns weiß zunächst, wie lange diese Maß­nah­men gel­ten wer­den. Im Laufe der fol­gen­den Tage wird immer klar­er, dass wir diesen voll­ständi­gen Lock Down“ in Gesellschaft und Wirtschaft noch nie erlebt haben.

Langsam bre­it­et sich Hek­tik aus. In den Lebens­mit­telgeschäften herrscht reges Treiben. Zumin­d­est von dieser Tat­sache lasse ich mich nicht ansteck­en und bleibe ruhig.

Meine eige­nen Kinder sehen das Ganze (noch) gelassen. Sie wis­sen noch nicht, welche Ein­schränkun­gen die Maß­nah­men für sie in den näch­sten Wochen bedeuten wer­den. Der Oma nicht zu nahe kom­men“ und sie nicht tre­f­fen“, zuhause für die Schule arbeit­en“ und vor allem die Fre­unde nicht mehr sehen!“

Exis­ten­zäng­ste habe ich nicht. Zum einen bin ich ein pos­i­tiv denk­ender Men­sch, zum anderen weiß ich um die Wichtigkeit unser­er Arbeit und sehe meinen Job nicht in Gefahr.

Die ersten Tage erlebe ich wie im Traum. Eine ganz komis­che Stim­mung macht sich in allen Bere­ichen bre­it. Und doch erlebe ich, wie ich von Tag zu Tag ruhiger werde und das gesamte Leben einen Slow Down“ erfährt. Sehr ungewöhn­lich und komisch — aber es tut gut …

Die Ter­mine — seien es Auftritte mit mein­er Band oder son­stige musikalis­che Aktiv­itäten — fall­en der Rei­he nach aus. Auch wenn dies zum Leben eines Musik­ers dazu gehört, merke ich doch, wieviele Ter­mine es waren und wie dies alles zur Hek­tik in unser­er Zeit beiträgt.

In dieser Zeit bin ich froh, dass ich nicht von Auftrit­ten leben muss, son­dern davon bess­er leben kann und den Kindern und Erwach­se­nen die Welt der Musik bei- und näher­brin­gen darf.

Nach eini­gen Tagen der Ruhe tut sich etwas in meinem Kopf. Und wie ich merke auch in den Köpfen der anderen Instru­men­talpäd­a­gogen: Kön­nte man nicht den Kindern in irgen­dein­er Form eine Möglichkeit bieten den Musikschu­lun­ter­richt weit­erzuführen? Auch von der Musikschulleitung kom­men Vorschläge wie es möglich sein kann, den Kindern in der Zeit des Lock Down“ das Musizieren in Erin­nerung zu rufen und lebendig zu halten. 

Das Zauber­wort heißt Dig­i­taler Unter­richt“. In welch­er Form auch immer. Entwed­er über Video-Unter­richt oder zumin­d­est mit­tels Zusenden von Videos und Unter­richts­ma­te­r­i­al. Schnell nehme ich Kon­takt mit meinen Schü­lerin­nen und Schülern auf, berichte ihnen von der Idee des dig­i­tal­en Unter­richts und hole das Ein­ver­ständ­nis der Eltern dafür ein.

Wie ich fest­stelle, sind alle Kids und die Eltern froh um die Abwech­slung in diesen Tagen, in denen alle zuhause fest­sitzen und mit Dis­tance-Learn­ing und anderem beschäftigt sind. Es ist schön und gibt Zuver­sicht, wenn die Kinder in diesen Tagen die Zeit für eines der wichti­gen Dinge im Leben nutzen: das Musizieren!

In den darauf fol­gen­den Tagen samm­le ich Erfahrung mit diesen neuen For­men des Unter­richts. Schnell stelle ich fest, dass (bei mir als Blech­bläs­er) der Video-Unter­richt fast 1:1 mit dem nor­malen Unter­richt umzuset­zen ist. Bei anderen Instru­menten funk­tion­iert das nicht so ein­fach, und doch höre ich von Kol­legin­nen und Kol­le­gen, dass alle sehr bemüht sind, mit den Kindern Kon­takt zu hal­ten und in welch­er Form auch immer zu musizieren.

Das Schön­ste daran ist das durch­wegs pos­i­tive Feed­back der Eltern und der Kinder. Das ist Bal­sam für die Seele und zeigt mir, dass dieser Weg in dieser Zeit der einzig Richtige ist.

Was bringt die Zukunft?

In erster Lin­ie wün­sche ich mir, dass wir in allen Bere­ichen des Lebens und vor allem im Bere­ich des Musizierens, gestärkt aus dieser Krise her­aus­ge­hen wer­den. Vieles wird wiederkom­men und gle­ich bleiben und neu schätzen gel­ernt. Einiges wird sich verän­dern und vielle­icht niemals wieder so sein wie es war. Wir wer­den sehen…

Jeden­falls ziehen wir alle gemein­sam – LehrerIn­nen, Schü­lerIn­nen und Eltern völ­lig neue Erfahrun­gen aus dieser Form des Krise­nun­ter­richts und er zeigt uns in jedem Fall: 

Musik gibt allen Men­schen, egal wo auf der Welt, ger­ade in dieser Zeit Zuver­sicht, Hoff­nung und Freude! Das ist schön und gut so! Hören wir also nicht auf, eine der erfül­lend­sten Dinge für die Men­schen über­haupt in die Welt zu tra­gen: die MUSIK!_SI


Mehr Bilder vom Dig­i­tal­en Unter­richt in der Galerie

Aktuelles



coronART
Bilder vom digitalen Unterricht während der Corona Wochen.


Die Krise aus Sicht eines Instrumentallehrers
Schon in den letzten Tagen habe ich die Berichte über die wachsende Gefahr des Covid19-Virus beobachtet.


prima la musica - Landeswettbewerb
Der Landeswettbewerb prima la musica 2020 wird in seiner Besonderheit noch lange in Erinnerung bleiben.



Tag der offenen Tür
Aufgrund der aktuellen Bestimmungen findet der Tag der offenen Tür in diesem Schuljahr nicht statt.


Informationen zu den Fächern und LehrerInnen, sowie das Anmeldeformular finden Sie auf unserer Website.

Close
Close